Rico´s Epilepsie.

Im August 2008 im Alter von 4 Jahren erkrankte unser Hund an Epilepsie. Sein erster Anfall war sehr kurz und er hat nur im Gesichtsbereich gekrampft. Nachdem wir Absprache mit einer Tierklinik gehalten hatten, wurde uns nahe gelegt unseren Hund zu beobachten, denn es gibt Fälle in denen es alle halbe Jahre zu einem Anfall kommt. Ab dem späten Nachmittag bekam Rico alle 4 Stunden starke Anfälle die immer schlimmer wurden. Er krampfte immer mehr und stärker, er konnte nicht an sich halten und machte "unter sich",bekam immer wieder Schaum vor dem Maul wodurch er kaum atmen konnte. Wir sind am nächsten Tag, am frühen Morgen direkt in die Tierklinik gefahren. Während der Autofahrt krampfte Rico wieder auf dem Schoß meines Freundes, sein ganzer Hals schwoll an und der Schaum vorm Maul machte ihm das atmen beinah unmöglch. Nach einer quälenden Autofahrt sind wir dann endlich in der Klinik angekommen und wurden als Notfall eingestuft. Mein Hund wurde sofort behandelt. Sogar die Ärzte waren sehr erschrocken als sie die blauen Schleimhäute und seinen Zustand sahen. Dort wurde probiert ihm durch einen Schlauch vor dem Maul Sauerstoff zukommen zu lassen. Rico war so aufgeheizt und angestrengt, das er zur Atemnot auch noch Fieber bekam. Sie versuchten ihn ein wenig zu sedieren, damit die Schwellungen zurück gehen, doch es war keine Besserung in Sicht. Die Ärztin entschied, dass  ein Tubus gelegt werden musste.

Rico wurde dann aus dem Raum geschoben, um ihn entsprechend behandeln zu können. Uns wurde dann gesagt das er in der Klinik bleiben muss, damit die Anfälle beobachtet werden können und um die Atemnot in den Griff zu bekommen.  

Die Untersuchungen in Bezug auf die Epilepsie  fingen dann nach zwei Tagen Klinikaufenthalt dort an. Als der Kopf untersucht wurde, konnten zwar Veränderungen festgestellt werden, die jedoch von den Anfällen her stammen und kein Tumor wodurch die Anfälle ausgelöst werden könnten. Der nächste Verdacht war eine Unterversorgung von Sauerstoff im Gehirn, durch ein zu langes Gaumensegel wie es bei Französischen Bulldoggen oft vor kommt. Daraufhin wurde Rico an der Stelle operiert. Nach einer Woche Klinikaufenthalt konnte ich meinen Hund endlich wieder nachhause holen. In der Klinik hat Rico keine Anfälle mehr gehabt und wir sind davon ausgegangen, dass wir Krankheit hinter uns haben. Rico war jedoch aufgrund der Operationschmerzen, dem Tubuseingang und den Wundgelegenen Stellen dauerhaft  leicht sediert. Um sicher zu gehen haben wir Tabletten gegen die Epilespie bekommen und mussten ihm zweimal täglich eine geringe Menge geben.

Rico erholte sich zuhause langsam wieder von den ganzen Strapatzen und war wie neu geboren, die Verkürzung des Gaumensegels verschaffte ihm sichtbar eine bessere Lebensqualität und er machte den Eindruck ein kleiner Geniesser geworden zu sein. Vielleicht war er sich auch bewusst das er dem Tot während der Autofahrt knapp von Schippe gesprugen ist.  Nach Absprache mit der behandelnden Tierärztin, wollten wir die Dosis der Tabletten nach 8 Wochen reduzieren und den Wirkstoff ausschleichen lassen. Nach absetzen der Tabletten folgten nach zwei Tagen wieder Anfälle und von da an wussten wir das er defenetiv die Krankheit Epilepsie hat.  Rico bekam direkt wieder seine Tabletten, doch die mussten sich erst wieder einstellen. Die Zeit die darauf folgte, war die schlimmste die wir bisher durch machen mussten. Rico bekam stündlich einen epileptischen Anfall begleitet  von völliger Entleerung, Schaum vor dem Maul, Atemnot und vielen Schmerzen die für uns nicht sichtbar sind und die er alleine durchstehen musste.  Die Tabletten waren die totalen Kracher für Rico, die macthten ihn so benommen, dass ihm alles zu schwer wurde. Er hatte gerade mal noch Kraft zum Trinken und um etwas zu fressen. Zwei  Tage lang bestand seine Zeit aus den stündlichen Anfällen, schlafen , Anfall, schlafen,  Am 08.11.2008 krampfte er wieder und versuchte gegen den produzierten Schaum anzukommen um atmen zu können. Er hatte es wieder geschafft, wie so oft und dann schlief er wieder vor Erschöpfung ein, doch diesmal für immer.

Diese Krankheit hat mir mein Hund genommen, obwohl er immer wieder gekämpft hat. Wir haben immer gehofft, dass er mit der Epilespie leben kann, doch innerhalb von 3 Monaten siegte die Krankheit über Rico. Es war eine schlimme Zeit für unseren Hund und für uns. Es schmerzt sehr wenn man sieht wie der eigene Hund nur noch ein Schatten seiner selbst ist. Der Tot war für ihn eine Erlösung gewesen, denn er hat innerhalb von zwei Tagen so abgebaut und so gelitten das wir ihn vielleicht durch einen Tierarzt hätten erlösen müssen. Er starb bei uns zuhause im Arm von meinem Freund.

Viele Situationen die besonders schlimm für uns waren, sind in meinen Gedächtniss eingebrannt, 

Nach einem Epileptischen Anfall stand Rico immer so neben sich, dass er uns nicht mehr erkannte und teilweise vor uns weggerannt ist und Angst hatte. Nur Situationen oder Gesten die ihm immer viel Freude machten und in denen er sich wohl fühlte, ließen es zu das er sich nach und nach wieder anfassen lies.     

Er war danach immer so orientierungslos das er gegen Stühle, Wände einfach gegen alles gerannt ist weil er sich nicht halten konnte. Er hatte auch einen Anfall auf meinem Arm bekommen als ich ihn die Treppen getragen hatte und es war wirklich schrecklich zu spüren wie sein ganzer Körper krampfte und seine Beine strampelten.  Unsere Geschichte gehört sicher zu den extremsten, denn wir haben auch Artikel im Internet gefunden bei denen es Hunden jahrelang gut geht und die einmal alle halbe Jahre einen Anfall haben.Ich wünsche allen Tierbesitzern die ein ähnliches Schicksal erfahren müssen, viel Kraft und das sie ihre Hoffnung nicht verlieren.   

 

 



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